Forschung

Unser Ziel ist es, Infektionen von kardiovaskulären Implantaten, insbesondere Herzklappenprothesen, durch Biofunktionalisierung zu vermeiden und darüber hinaus die Diagnose und Therapie dieser lebensbedrohlichen Komplikationen zu verbessern. Aufgrund der demografisch bedingten Zunahme des Bedarfs an kardiovaskulären Implantaten ist unsere Forschung gesundheitspolitisch und wirtschaftlich von außerordentlicher Bedeutung.

Mit unserer anwendungsorientierten, richtungsweisenden Forschung möchten wir den Grundstein für zukünftige Innovationen auf dem Gebiet der Implantattechnologie und Infektiologie legen.

Kardiovaskuläre Implantate - Lebensqualität bis ins hohe Alter

Erkrankungen des Herzen stellen ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko dar und zählen zu den häufigsten Erkrankungen in der Bevölkerung. Der Einsatz kardiovaskulärer Implantate kann maßgeblich zum Therapieerfolg und zu einer Verbesserung der Lebensqualität von Patienten beitragen.

 

Ein wesentlicher Fortschritt auf dem Gebiet der Kardiologie, konnte mithilfe der Durchbruchinnovation der kathetergestützten Aortenklappenimplantation (TAVI) erreicht werden. Dies erlaubt erstmals die Therapie älterer und multimorbider Patienten durch einen minimalinvasiven Ersatz der defekten Herzklappe.

Implantatinfektionen

Kardiovaskuläre Implantate bergen das Risiko Ausgangspunkt für bakterielle Infektionen zu werden. Die Inzidenz einer infektiösen Endokarditis liegt bei TAVI-Eingriffen bereits bei bis zu 3% und stellt damit ein klinisch relevantes Problem dar. Ähnliche Problemstellungen bestehen auch bei anderen kardiovaskulären Implantat-assoziierten Infektionen, z.B. nach Stentimplantation in peripheren Gefäßen oder auch nach Herzschrittmacherimplantation.

 

Gelangen Bakterien ins Blut, siedeln sie sich bevorzugt auf Implantatoberflächen an und bilden Biofilme aus, welche natürlicherweise hoch resistent gegen die Behandlung mit Antibiotika sind. Hinzu kommt in vielen Fällen noch eine erworbene Antibiotika-Resistenz, z.B. bei Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA). Bisher wurde die Problematik der Implantatinfektion in der Forschung und Entwicklung ausgespart, obwohl es sich weltweit zu einem großen ungelösten Problem entwickelt, das mit hoher Priorität adressiert werden muss.

© Universitätsmedizin Rostock, Card-ii-Omics